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SPD-Bundestagsabgeordneter Dr. Johannes Fechner besucht Firma Junghans in Schramberg

Veröffentlicht am 11.09.2022 in Ortsverein
 

Mirko Witkowski (von links), Matthias Stotz und Johannes Fechner vor dem Terrassenbau der Uhrenfabrik Junghans.

Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion Johannes Fechner aus Emmendingen hat die Uhrenfabrik Junghans in Schramberg besucht. Informationen aus erster Hand gab es von Geschäftsführer Matthias Stotz.

 

Vermittelt wurde der Besuch durch den SPD-Ortsvereins- und Kreisvorsitzenden Mirko Witkowski, der damit Fechners Wunsch, einen Rundgang durch das Junghans Terrassenmuseum und die Produktion zu machen, Wirklichkeit werden ließ. Geschäftsführer Matthias Stotz führte die Politiker durch das geschichtsträchtige Gebäude, das sowohl ein architektonisches Highlight wie auch ein industriegeschichtlich bedeutendes Dokument und Juwel der Stadt Schramberg darstellt.

Matthias Stotz gab einen interessanten Einblick in die bewegte Geschichte der Firma Junghans. Der Rundgang führte durch Räumlichkeiten der Produktion, Montage und Qualitätskontrolle. Hinter einer Glasscheibe konnten sich die Besucher ein Bild von den Arbeitsbedingungen in der Fertigung machen und sahen hochkonzentrierte Mitarbeiter: innen bei diffizilen Arbeiten in staubfreier Umgebung. Bei der Besichtigung der Museumsausstellung zeigte sich Fechner beeindruckt von der gebotenen Vielfalt. Das ein oder andere Exponat wurde vorgeführt und sorgte für Staunen angesichts der künstlerischen Darbietungen die Stotz den Uhren und Musikspielautomaten entlockte.

Neben den musealen Inhalten interessierte sich Fechner für die aktuelle Situation des Terrassenbaumuseums sowie der Uhrenproduktionsstätte Junghans. Ein Focus galt den Auswirkungen der aktuellen Energiekriese, der Lieferkettenproblematik und den Absatzmärkten sowie den momentanen Trends bei der Nachfrage nach Uhren.

Geschäftsführer Stotz bezeichnete die Marktsituation als vielschichtig. So habe die Corona-Krise 2020/21 bereits zu massiven Einschnitten geführt was damit zusammenhänge, dass der Hauptabsatzkanal von Junghans Uhren der Facheinzelhandel sei. Die Konsumenten seien vorsichtiger geworden und wichtige Absatzmärkte hielten sich insgesamt zurück, dazu gehören Deutschland, Österreich sowie international Japan und die USA. Japanische Distributoren blieben aufgrund der restriktiven Coronapolitik ihres Landes derzeit bei Fachmessen ganz aus.

Erschwernisse bei der Beschaffung von benötigten Edelmetallen, höhere Preise und Lieferverzögerungen verkomplizierten die Lage zusätzlich.

Die gestiegenen Energiepreise wirkten sich bei der großen Fläche des Junghansareals spürbar aus. Einsparungen würden vorgenommen, seien aber komplex und aufgrund von Vorgaben des Denkmalschutzes mit den herkömmlichen Möglichkeiten, wie zum Beispiel dem Austausch von Fenstern, nicht machbar.  Die Verkürzung der Öffnungszeiten des Museums sei ein Baustein der momentan schon umgesetzt sei.

Ein weiteres Thema sei der Mangel an Fachkräften, dem man mit jährlich fünf Ausbildungsplätzen begegne, davon drei für das selten gewordene Uhrmacherhandwerk und zwei im kaufmännischen Bereich.

Insgesamt arbeiten bei Junghans momentan rund 110 Arbeitnehmer:innen in verschiedenen Bereichen. Alle Uhren werden in Schramberg montiert, einzelne Komponenten müssen zugeliefert werden.

Nach einem spannenden und informativen Rundgang konnten die Besucher dann im Uhrenshop die aktuellen Trends in Augenschein nehmen. Die Hälfte der produzierten Uhren sind mit einem mechanischen Uhrwerk ausgestattet. Den Grund für diese Art Rückbesinnung sieht Stotz in der Faszination, die von der Nachvollziehbarkeit der Funktionsweise ausgeht, ein weiterer Pluspunkt sei die Unabhängigkeit von Energie.  Auch modernste Solaruhren mit technischen Finessen seien gefragt. Insbesondere die Connected Funk-Solaruhren mit App-Anbindung, eine Technologie die neben Deutschland auch in Japan sehr beliebt ist. Im letzten Jahr konnte eines der Modelle den begehrten Red Dot Design Award gewinnen.

Fechner zeigte sich sehr beeindruckt von dem Gesehenen und konstatierte, dass der Einsatz der SPD für die Bewilligung von Fördergeldern für den Terrassenbau richtig gewesen sei. Auch weiterhin werde er ein offenes Ohr für die Belange von Junghans haben. Auf Nachfrage von Stotz outete sich Fechner als jemand, der keine Armbanduhr trägt. Angesichts der schönen Exponate in Ausstellung und Shop, versprach er, diese Gewohnheit ernsthaft zu überdenken.