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Das 1-Euro-Ticekt ist ein Erfolg

Veröffentlicht am 11.06.2025 in Kommunalpolitik
 

Tanja Witkowski

Schramberg (05. Juni 2025) - Die Fraktionsgemeinschaft SPD-Buntspecht hat die Einführung des 1-Euro-Tickets angeregt, hat dafür eine Mehrheit bekommen und hat sich nun für dessen Erhalt stark gemacht. Leider hat die Merheit des Schramberger Gemeinderats anderes abgetimmt. Hier die Stellungnahme unserer Fraktionsvorsitzenden Tanja Witkowski, die sie im Namen der Fraktion vorgetragen hat:

Sehr geehrte Frau Eisenlohr, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren,

ich möchte gerne für unsere SPD/Buntspecht Fraktionsgemeinschaft eine Stellungnahme zum Ein Euro Ticket abgeben und begründen, warum wir den Beschlussvorschlag zur Abschaffung des Ein-Euro-Tickets für eine ausgesprochen unkluge Entscheidung für Schramberg halten.

Wir alle wissen, dass es die Kommunen derzeit schwer haben, bei zunehmenden Aufgaben die Finanzen im Griff zu behalten. Auch wir in Schramberg haben uns auf den Weg gemacht, zu schauen, wo wir optimieren und sparen können, wo wir Einnahmen generieren können und welche Projekte uns besonders wichtig sind. Diesen Auftrag nehmen wir auch sehr ernst und in vielen Punkten haben wir in den nichtöffentlichen Haushaltssitzungen der vergangenen Wochen große Übereinstimmung erzielen können.

Beim Ein Euro Ticket müssen wir in unserer Fraktion SPD/Buntspecht nun aber unser deutliches VETO einlegen. Ich habe bereits in meiner Haushaltsrede im Januar erklärt, dass wir „Schramberg als lebenswerte Stadt für ihre Bürgerinnen und Bürger erhalten und weiterentwickeln müssen“ und dass es keinem hilft, wenn wir daran sparen, was der Stadt gut tut und uns nach vorne bringt. Ich habe auch davon gesprochen, dass wir eine zukunftsgerichtete und besonnene Finanzpolitik brauchen.

Für uns ist es in keinster Weise zukunftsgerichtet, wenn wir eines der erfolgreichsten Projekte der vergangenen Jahre – das Ein-Euro-Ticket nach 2 Jahren wieder abschaffen wollen. Und dies nur, um 150 000 Euro jährlich zu sparen, die wir an anderer Stelle ohne mit der Wimper zu zucken  für  Projekte oder Investitionen mit einem weitaus geringeren Nutzen ausgeben.

Als wir am 9. März 23 den Antrag zur Einführung des Ein-Euro-Tickets eingebracht haben, formulierten wir als Ziele

  • Wir wollen in Schramberg den ÖPNV stärken
  • Wir wollen einen Anreiz schaffen, auf den Bus umzusteigen
  • Wir wollen eine Verbesserung der Mobilität  für Einheimische, für Feriengäste, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aller Altersgruppen  
  • Wir wollen auch Menschen mit weniger Geld Mobilität ermöglichen

UND -Heute -2 Jahre später dürfen wir feststellen- wir haben ALLE ZIELE erreicht.

Unsere Fahrgastzahlen haben sich von 40000 auf über 83 196 Fahrgäste erhöht. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen!

Es sind viel mehr Kinder und Jugendliche mit dem Bus gefahren. (von 2500 zu 6300 Tickets)

Wir haben eine größere Auslastung der Busse, die sowieso fahren, ganz gleich ob einer oder 20 Gäste im Bus sitzen.

Wir haben erreicht, dass viele das Ein-Euro-Ticket nutzen, obwohl sie sonst den Bus eher nicht nutzen

Und wir haben erreicht, dass die Schrambergerinnen und Schramberger positiv über dieses Ticket sprechen und weitererzählen, dass es so etwas bei uns gibt.

Es ist uns also tatsächlich gelungen, hier eine riesengroße Verbesserung für richtig viele Schrambergerinnen und Schramberg, für Gäste aus nah und fern  zu, für ärmere und reichere für junge wie älter Menschen erzielen. Und ausgerechnet ein solches Erfolgsmodell soll jetzt wieder abgeschafft werden? Ist das wirklich unser Ernst? Meinen wir wirklich, dass das für Schramberg eine gute Entscheidung ist. Wir sagen deutlich NEIN!

Überall auf der Welt ist Mobilität das THEMA der Zukunft. Mobilität wird als Megatrend gesehen.Stadtplaner in großen Städten überlegen sich Konzepte, wie man viele Menschen auf einmal transportieren kann.  Firmen, wie BMW überlegen sich, wie Mobiliät der Zukunft aussieht. Selbst bei diesem großen global Player aus der Autoindustrie, spielt das Thema ÖPNV eine große Rolle. Es gibt in Europa mittlerweile 10 öffentliche Teststrecken, wo autonom fahrende E-Shuttle Busse getestet werden. Man plant also mit dem ÖPNV. Es geht nirgends mehr nur darum, wie man mit seinem privaten PKW von A nach B kommt. Die Zukunft liegt in Transportsystemen, die mehrere Menschen gleichzeitig transportieren und so zu einer Entlastung des Straßenverkehrs und der belastenden und gesundheitsschädlichen Situation in den Städten führen. Es geht darum, Emissionen einzusparen und es geht auch darum, Menschen in Stadt und Land besser miteinander zu verbinden.

Und entgegen diesem Trend sagen wir in Schramberg- wir wissen es aber besser. Wir schaffen das Ein-Euro-Ticket ab, weil es uns zu teuer ist. Wir verzichten darauf, die im ÖPNV -im Rahmen unserer kleinen kommunalen Möglichkeiten- erreichten Verbesserungen zu erhalten?  Weil, ja warum eigentlich? Wir können diese Frage nicht guten Gewissens beantworten und es reicht uns einfach nicht aus zu sagen, es ist zu teuer.

Wir alle kämpfen seit Jahren darum, den ländlichen Raum besser an den ÖPNV anzubinden.

Wir haben immer wieder versucht, eine bessere Taktung hinzubekommen oder die Anbindung an Bahnhöfe in der Region zu verbessern. Wir haben auch versucht, besser an das Oberzentrum in Villingen-Schwenningen angebunden zu werden. Vieles hat uns viel Energie und Kraft gekostet und war im Endeffekt doch nicht so ergiebig, wie von uns erhofft.

Beim Ein-Euro.-Ticket ist das definitiv anders. Hier können wir jetzt schon nach 2 Jahren sehen, dass es erfolgreicher ist als viele andere Maßnahmen zum ÖPNV der vergangenen Jahre.

Und ausgerechnet das wollen wir jetzt wieder einstampfen? Das darf aus unserer Sicht nicht sein. Natürlich sehen wir den hohen Abmangel und es ist schade, dass Move hier keine Möglichkeit sieht, die Kosten zu senken, obwohl der Verkehrsverbund ja definitiv auch einen Vorteil von unseren höheren Fahrgastzahlen hat.

Aber wir als Gemeinderäte sollten doch nicht etwas abschaffen, was wie kaum ein anderes Projekt so erfolgreich von so vielen  Menschen angenommen wird.

Was sollen denn die Schrambergerinnen und Schramberger von uns denken, wenn uns nichts Besseres einfällt, als dieses Ticket, was grundsätzlich allen Menschen in Schramberg nutzt, einzustampfen. Ehrlich gesagt- ich wäre als Bürger der Stadt wohl enttäuscht über die Entscheidung und könnte sie nicht nachvollziehen.

Genau deshalb kämpfen wir in unserer Fraktion hier für die Errungenschaft des Ein-Euro-Tickets. Wir sehen den großen Nutzen und sehen den positiven Effekt für Schramberg und natürlich sehen wir auch die Finanzen und machen deshalb jetzt konkrete Lösungsvorschläge, wie der Abmangel ggf. verringert werden kann und wir das Ticket dadurch halten können.

  1. Wir fordern die Stadt auf, mit den Busunternehmern (es sind um die 5 Unternehmen) ins Gespräch zu gehen und darüber zu sprechen, ob es doch Möglichkeiten gibt, den Abmangel für uns etwas geringer zu machen und damit zu werben, dass die Busunternehmer durch uns letztlich durch die höhere Fahrgastzahl auch sichere Einnahmen haben.
  2. Wir möchten anregen, dass konkrete Gespräche mit Lauterbach aufgenommen werden. An uns wurde mehrfach der Wunsch herangetragen, sich daran zu beteiligen. Wenn wir die Gemeinde Lauterbach für das Ticket mit ins Boot holen, sind wir gemeinsam noch stärker und können ggf. noch mehr Druck aufbauen

  1. Wir haben in den Haushaltsklausursitzungen bereits konkrete Vorschläge gemacht, wie der Abmangel durch eine Erhöhung der Vergnügungssteuer gegenfinanziert werden kann. Es stand ein Betrag von rund 60 000 Euro im Raum.

So hoffen wir nun in unserer Fraktion auf eine Mehrheit im Gremium für den Erhalt des Tickets und beantragen als Beschlussvorschlag. Das Ticket bleibt erhalten,.

Vielen Dank

Tanja Witkowski

 

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