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SPD-Bundestagskandidat besucht Glatthaar Starwalls

Veröffentlicht am 04.09.2021 in Wahlkreis
 

Mark Biesalski (von links) und Mirko Witkowski vor der neuen Fertigungshalle, die 2022 in Betrieb geht.

Welche Möglichkeiten haben wir, uns vor Hochwasser und Starkregenereignissen besser zu schützen? Darüber informierte sich der SPD-Bundestagskandidat Mirko Witkowski bei der Firma Glatthaar Starwalls in Waldmössingen. Die Firma setzt auf Fertigelemente im Hochwasserschutz, im Infrastrukturbau und im Landschafts- und Gartenbau.

Sehr anschaulich und ausführlich erläuterte Geschäftsführer Mark Biesalski am Beispiel einer Karte mit aufgeführten Stark- und Extremwettereignissen, dass ein Großteil dieser Wetterlagen durch die Menschen selbst verursacht sind. Beispielsweise durch Flussbegradigungen und die Versiegelung von immer mehr Flächen könne Wasser in größeren Mengen nicht mehr auf natürlichem Weg abfließen und suche sich andere Wege. Durch den Klimawandel treten Extremwetterlagen verstärkt auf. Diese gelte es nun durch technische und natürliche Schutzmaßnahmen besser in den Griff zu bekommen.

 

„Welche Lösungen bieten Sie in der Firma für einen verbesserten Hochwasserschutz an?“, wollte SPD-Bundestagskandidat Mirko Witkowski wissen. Diese Frage griff der Geschäftsführer der Firma Glatthaar Starwalls GmbH und Co.KG ausführlich auf.

 

2010 wurde die Firma als Tochterunternehmen der Glatthaar Fertigkeller von Joachim Glatthaar gegründet. Damals startete man mit dem Ziel, im Landschafts- und Gartenbau nützliche Stützwände aus Fertigteilen mit dem Einbau von echtem Naturstein auch ästhetisch ansprechend zu gestalten. Die Natürlichkeit im Produkt mit den Elementen Stein und Beton sei im Firmenleitbild verankert, so Biesalski. „Heute hat die Firma ihren Schwerpunkt im Infrastrukturbau und fertigt Hangabstützungen und auch viele Hochwasserschutzwände und Gewässerverbauungen.

 

„Es geht dabei immer um individuell hergestellte Fertigteile. Im Bereich von Ufermauern oder hochwassersensiblen Bereichen können wir Schutzwände stellen, die eine gewisse Grundhöhe und wenig Sichteinschränkungen haben. Innerhalb kurzer Zeit können aber bei steigenden Wasserständen weitere mobile Wände über entsprechend eingebaute Ankerverbindungen draufgesetzt werden.“, so Biesalski.

Alle Einzelteile werden im Werk in Waldmössingen als Fertigelemente gebaut, am Ort direkt aufgestellt und danach wird ein Fundament gegossen. Die Vorteile dieser Bauweise sah Biesalski in der deutlich verkürzten Baustellenzeit und damit verbundenen Kostenreduzierungen. Vielerorts sei es aufgrund von Fachkräftemangel auch gar nicht mehr möglich, auf der Baustelle direkt alles zu betonieren. „Durch die individuelle Anfertigung haben wir für unterschiedlichsten Situationen Lösungen anzubieten.“

 

Die Schwierigkeiten beim Hochwasserschutz machte er an mehreren Beispielen deutlich. So seien die bisherigen HQ 100 Hochwasserschutzberechnungen heute nicht mehr aktuell. Derzeit gebe es für die sich häufenden Extremwetterlagen noch keine Berechnungen, aber viele Hochwasserschutzmaßnahmen müssen wohl verändert oder erneuert werden. „Man kann nicht einfach einen Meter auf eine statisch berechnete Schutzmauer draufbauen.“ , erklärt der Ingenieur.

 

Am Beispiel von Passau wurde ein anderes Problem deutlich - vor über 10 Jahren, nach einem schweren Hochwasserereignis,  begann dort die Planung für eine Hochwasserschutzmauer entlang der Bundesstraße an der Donau. Erst im Jahr 2022 kann die Maßnahme fertiggestellt werden. Langwierige Genehmigungsverfahren verzögern oft dringend erforderliche Infrastrukturmaßnahmen.  

 

Dass das Bauen mit Beton und Zement umweltpolitisch aufgrund der hohen CO2-Bilanz grundsätzlich in einem schwierigen Spannungsfeld steht, spricht Biesalski bewusst an. Aus seiner Sicht gäbe es bauphysikalisch aber viele Möglichkeiten, die bisher durch Ausführungsbestimmungen festgelegten Mauerstärken beispielsweise zu reduzieren und so bei der Zementproduktion wenigstens deutlich einzusparen. Mit dem Wunsch nach einem neuen Vergaberecht sprach er ein weiteres Thema an, dass die Baubranche derzeit beschäftige. Innovative Ideen seien oft nicht ausschreibungsfähig.

 

In der Forderung nach einem neuen Vergaberecht gab es von Mirko Witkowski Zustimmung. „Ein solches Regelwerk muss vorher zuerst mit den Praktikern diskutiert werden, bevor es beschlossen wird. Der Wirtschaftsstandort Deutschland hat unheimlich viele innovative Unternehmen. Diese Innovationskraft ist für unsere Wettbewerbsfähigkeit absolut zentral und wichtig. Wir dürfen uns da nicht selbst im Wege stehen.“, ist Witkowski überzeugt. Dass die Firma Glatthaar Starwalls genau diese Innovationskraft hat, zeigt sich unter anderem an der neuen Fertigungshalle, die 2022 in Betrieb geht. In ihr wird erstmals ein überdimensionaler 3D-Drucker für filigranere Fertigteile zum Einsatz kommen.