Die SPD Oberndorf zeigt sich tief besorgt über die Zukunft der medizinischen
Versorgung vor Ort. Laut aktueller Bedarfsplanung der KVBW liegt der
hausärztliche Versorgungsgrad im Kreis Rottweil nur noch bei 71,3 % – mit weiter
sinkender Tendenz (2024 waren es noch ca.74%)
Schon jetzt fehlen rund 20 Hausarztpraxen, viele stehen altersbedingt vor der Schließung.
Damit liegt der Kreis Rottweil im Land Baden-Württemberg an vorletzter Stelle vor Balingen (67,5%)
Bei den Fachgebieten fehlt es vor allem an Kinderärzten. Hier erreicht die Abdeckung gerade noch
einen Grad von 66,8%. Das ist alamierend!
Bei der gut besuchten Mitgliederversammlung zum Thema Gesundheitsversorgung
nahmen, neben Ruth Hunds, auch die früheren Gemeinderäte Günter Danner,
Manfred Schwanzer und Rolf Lübke, sowie Klaus Kirschner, ebenfalls ehemaliger
Gemeinderat und ehemaliges MDB, an der Diskussion teil.
„Die klassische Vorstellung vom Landarzt mit 16-Stunden-Tagen in
Selbstverwaltung ist heute für junge Medizinerinnen und Mediziner nicht mehr
attraktiv“, so SPD-Vorsitzender Holger Klein. Eine mögliche Lösung: Ein
Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ). Es bietet feste Arbeitszeiten, Anstellung
statt Selbstständigkeit, Entlastung von Verwaltungsaufgaben und fördert die
Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen – Vorteile, die besonders für
junge Ärztinnen und Ärzte entscheidend sein können.
Bereits im März 2023 hatte der Gemeinderat die Firma Mörk mit einer
Bestandsanalyse beauftragt. Die Ergebnisse liegen vor, wurden aber bislang nicht
öffentlich gemacht. Die SPD fordert, diese endlich zu präsentieren und
weiterführende Schritte einzuleiten.
Ruth Hunds, Fraktionsvorsitzende der SPD im Gemeinderat, betont: „Die SPD hat
sich frühzeitig mit dem Thema MVZ befasst. Spätestens nach der Schließung der
Notfallpraxis im SRH-Krankenhaus durch die KVBW ist klar: Wir müssen jetzt
handeln.“
Deshalb plant die SPD eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema MVZ.
Ein genauer Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.