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Kreis-SPD gründet „Arbeitskreis Bildung“

Veröffentlicht am 07.02.2010 in Arbeitsgemeinschaften

Kreisvorsitzender Klaus Eisenhardt (links) mit dem bildungspolit Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Dr. Frank Mentrup

„Die Bildungspolitik ist eines der zentralen Politikfelder in Baden-Württemberg. Mit ihr stellen wir die Weichen für die Zukunft unseres Landes.“ Mit diesen Worten eröffnete der Kreisvorsitzende Klaus Eisenhardt die Gründungsversammlung des „Arbeitskreis Bildung“ in Dunningen.

„Die Landesregierung und ihr Kultusminister ignorieren beharrlich alle Ergebnisse von Bildungsstudien und sie nehmen die berechtigten Anliegen von Lehrern, Schülern und Eltern nicht ernst. Mit dem achtjährigen Gymnasium und der Werkrealschule setzen sie nicht auf Integration sondern fördern eine weitere Differenzierung unserer baden-württembergischen Schullandschaft“, so Eisenhardt weiter. Ziel des neugegründeten Arbeitskreises, so der Vorsitzende, sei es, das zukunftsträchtige Bildungskonzept der SPD voranzutreiben und allen Unzufriedenen ein Forum der Zusammenarbeit zu bieten.
Als Referenten konnte Klaus Eisenhardt den Landtagsabgeordneten und bildungspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Frank Mentrup, begrüßen, der den Teilnehmern das bildungspolitische Konzept „Bildungsaufbruch“ des SPD-Landesverbandes vorstellte.
Mentrup formulierte zunächst vier Punkte, die aus Sicht der SPD ein Umdenken in der Bildungspolitik zwingend erforderlich machen: Der nach wie vor enge Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg, eine starke Zunahme von Privatschulen, die konsequent Lücken im Bildungssystem abdecken, jedoch nicht für jedermann erschwinglich sind, die Aufgabe, trotz sinkender Schülerzahlen Schulstandorte dauerhaft zu sichern und nicht zuletzt die Herausforderungen, die durch die Inklusion (Integration behinderter Schüler in die Regelschulen) auf unser Schulsystem zukommen.
Kernpunkt des sozialdemokratischen Bildungskonzepts ist der Gedanke des „Längeren gemeinsamen Lernens“ in einer Gemeinschaftsschule. Ein Konzept, das aus den skandinavischen Ländern bekannt ist und in internationalen Bildungsstudien regelmäßig zu Spitzenplätzen führt. Ergänzt durch die professionelle Umsetzung der Ganztagesschulen, einer bedürfnisorientierten individuellen Förderung und der Unterstützung der Eltern, kann so eine „Schule der Zukunft“ nach modernem Muster entstehen.
„Dabei geht es uns nicht darum, ein starres Bildungskorsett durch ein anderes zu ersetzen“, so Mentrup, sondern ein zukunftsfähiges Bildungskonzept müsse die spezifischen Rahmenbedingungen vor Ort berücksichtigen können.
Als weiteren Aspekt bei der Neugestaltung eines modernen Bildungssystems brachten mehrere Teilnehmer die Aufwertung der beruflichen Bildung ins Spiel. Sie böte vielen praktisch begabten Schülern eine Möglichkeit, höhere Bildungsabschlüsse zu erzielen und sich so besser auf ihr Berufsleben vorzubereiten. Klaus Eisenhardt schlug vor, beispielsweise über eine Berufsfachschule ab der achten Klasse nachzudenken.
Frank Mentrup versprach zum Abschluss der Veranstaltung, diesen Gedanken mit in die weiteren Überlegungen aufzunehmen.

Klaus Eisenhardt, 11.02.2010