Ulbrich fordert mehr Platz für Industrieansiedlungen

Veröffentlicht am 03.08.2017 in Allgemein

Georg Sattler bei Bürgermeister Ralf Ulbrich

Gespräch | SPD-Bundestagskandidat Sattler nimmt Deißlinger Anliegen mit nach Berlin

Deißlingen (shr). SPD-Bundestagskandidat Georg Sattler besuchte am Montag Deißlingens Bürgermeister Ralf Ulbrich. Die beiden hatten aller- hand zu bereden. Das wichtigste Anliegen des Bürger- meisters: Die Blockade des Landes in Sachen Gewerbean- siedlungen.

Dass eine Gemeinde wie Deißlingen nur 4,5 Hektar neue Flächen zugestanden be- komme, und das für die nächsten 15 Jahre, sei skanda- lös. Ulbrich: »So macht man die ländlichen Kommunen ka- putt.« Er sei kein Freund von Flächenverbrauch, aber die Industrie brauche Platz, um existieren zu können. Dies sei zwar eine Landesregelung, doch Sattler solle das bitte nach Berlin tragen – was der SPD-Kandidat gerne versprach. »Wir müssen aufpas- sen, dass wir nicht den Ast absägen, auf dem wir sitzen«, so der Schultes.

In Sachen Wohnbau dürfe der Flächenverbrauch einge- schränkt werden. Deißlingen wünsche sich eine Erweiterung der Grundsteuer, damit mehr Druck auf Besitzer von »Enkelgrundstücken« ausge- übt werden könne, denn man beiße sich seit Jahren die Zähne aus. An die 200 Bauflächen lägen innerorts brach, weil die Besitzer nicht verkaufen wollten, und die Gemeinde brau- che dringend Bauland, darum habe man sich jetzt schweren Herzens dazu entschlossen, doch neue Flächen am Orts- rand auszuweisen, um jungen Familien das Bauen zu ermöglichen. Die Nachfrage sei so hoch, dass die Grundstückspreise in den vergangenen Jahren stark gestiegen seien.

Doch Ulbrich hatte auch Gutes zu berichten: Eine blühende Gemeinde sei Deißlingen, etwa 2000 Arbeitsplätze habe sie zu bieten. Die Lage an Autobahn und B 27 sei Fluch und Segen: Man müsse Dreck und Lärm ertragen, ha- be aber dadurch eine gute An- bindung. In Sachen Energiewende hatte Ulbrich dann aber doch noch einen Schmerz, den er dem Kandi- daten mit auf den Weg gab: Man habe nicht den Eindruck, dass die Bundesregierung noch auf die Energiewende setze, »wir wollen sie aber!«, so Ulbrich. E-Mobilität und die nötige Infrastruktur liegen auch Motorradfan Sattler am Herzen. Klar, so der SPD-Mann, hingen an der Auto- industrie viele tausend Arbeitsplätze in der Region, aber es nutze nichts, an veralteten Technologien festzuhalten. Die Firmen hierzulande seien hochinnovativ, lauter schwäbische Tüftler, und ihnen traut er zu, auch in einer Zeit ohne Verbrennungsmotor zu überleben. Die Regierung müsse den Wandel unterstützen und in Forschung investieren.

 

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