Bezahlbare Wohnungen in Sulz auf dem Wunschzettel

Veröffentlicht am 07.09.2017 in Allgemein

SPD-Bundestagskandidat Georg Sattler (Zweiter von rechts) interessiert sich für die Arbeit der Beschäftigten in der Neck

Sulz. "Wir haben zum Glück Arbeit", sagte Barbara Gmelin-Müller, Geschäftsführerin der Sulzer Neckarwerkstatt, am gestrigen Dienstag beim Besuch des SPD-Bundestagskandidaten im Wahlkreis, Georg Sattler. In der Einrichtung werden derzeit 45 Menschen mit Behinderung aus dem Raum Horb und Sulz beschäftigt.

Im Jahr 2012 ist die Neckarwerkstatt in einem ehemaligen Edekamarkt im Allmandgässle eröffnet worden. Träger sind, wie die Geschäftsführerin erklärte, die Lebenshilfe im Landkreis Rottweil und die Schwarzwaldwerkstatt Dornstetten. Ziel sei es gewesen, den Inklusionsgedanken umzusetzen. Ein Teil der Beschäftigten kann den Arbeitsplatz mitten in der Stadt zu Fuß, mit dem Rad oder Rollstuhl erreichen. Der Unterhalt der Werkstatt wird über staatliche Vergütungssätze finanziert. "Was in der Produktion erwirtschaftet wird, wird zu 70 Prozent an die Beschäftigten ausgeschüttet", berichtete Barbara Gmelin-Müller. Sie freute sich, dass die Werkstatt seit der Eröffnung mit Aufträgen ausgelastet ist. Sattler, der mit Mitgliedern des SPD-Ortsverbands Sulz-Dornhan gekommen war, machte einen Rundgang und schaute den Beschäftigten über die Schulter. In der Wäscheabteilung befindet sich ein Bügelservice. In den Werkstatträumen werden im Auftrag von Firmen unter anderem diverse Waren verpackt oder zusammengesteckt. Die Tätigkeiten reichen von leichten bis zu anspruchsvollen Arbeiten an modernen Maschinen. Die Beschäftigten gaben dem Bundestagskandidaten gern Auskunft über ihren Arbeitsplatz.

Dem Rundgang schloss sich ein Gespräch mit dem Werkstattrat und Uta Kolb vom Sozialen Dienst an. Ein Ziel sei es, sagte sie, sozialversicherungspflichtige Jobs für die Menschen mit Behinderung zu finden. Mehrere Beschäftigte absolvieren derzeit Praktika im Haus der Betreuung und Pflege Am Stockenberg, in der Tagespflege Otte, in der Pension Talblick oder im Tierheim Freudenstadt. Eine Frau arbeitet im Kindergarten Kastell. Jemanden in einem Industriebetrieb unterzubringen, sei bislang nicht gelungen, bedauerte die Geschäftsführerin der Neckarwerkstatt.

Einmal im Jahr nehmen die Gruppenleiter der Werkstatt eine Lohnbewertung vor, überprüfen dabei Pünktlichkeit und Qualität der Arbeit. Zu großen Unterschieden komme es aber kaum. Dass der Lohn mit Sozialhilfen verrechnet wird, das sei für manchen frustrierend und demotivierend, räumte Barbara Gmelin-Müller ein.

Auf dem Wunschzettel stehen auch geeignete Wohnungen in Sulz für die Mitarbeiter. "Wir sind an dem Thema dran. Wir wollen Wohnungen renovieren und auf den Markt bringen, die bezahlbar sind", teilte SPD-Stadtrat Klaus Schätzle mit.

Sattler zeigte sich nach dem Rundgang beeindruckt darüber, mit welcher Freude und welchem Qualitätsbewusstsein die Beschäftigten der Neckarwerkstatt ihre Arbeiten von "einfach bis ganz schwer" erledigen.

 

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