Kreisvorstand diskutiert Regionalentwicklung

Rainer Kaufmann, Verbandsdirektor des Regionalverbands Schwarzwald-Baar-Heuberg diskutierte im SPD Kreisvorstand über Regionalentwicklung im ländlichen Raum. Ausgangspunkt der Überlegungen Rainer Kaufmanns war die "Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse", von der das Grundgesetz im Artikel 72 spricht. Er sehe durchaus die Gefahr, dass dieses Ziel zum Nachteil unseres ländlichen Raums vernachlässigt werde. Die 2 großen Metropolregionen in Baden-Württemberg hingegen, der Raum Mannheim und der Raum mittlerer Neckar, würden von diesem Trend zur Ungleichbehandlung profitieren.
Rainer Kaufmann machte dies an zwei Beispielen deutlich: Verkehrsanbindung und Breitbandversorung für schnellen Internetzugang. Schon ein erster Blick auf die PKW-Dichte und die Jahreskilometerleistung zeige, dass im ländlichen Raum deutlich mehr PKW pro 1000 Einwohner vorhanden seien, die dazu eine fast doppelt so hohe Kilometerleistung aufweisen würden wie in Ballungszentren. Zurückzuführen sei diese Erscheinung darauf, dass der öffentliche Personennahverkehr in Ballungsgebieten besser funktioniere, während der ländliche Raum auf den PKW angewiesen sei. Verstärkt werde die Verdichtung von Ballungsgebieten noch durch den seit etwa 15 – 20 Jahren zu beobachtenden Trend, wieder zurück in die größeren Städte zu ziehen, statt im Grünen zu wohnen und in der Stadt zu arbeiten. Aufgabe der Regionalentwicklung sei es demnach auch , die Attraktivität des Leben in ländlichen Gebieten zu unterstützen. Ein Mittel dazu sieht Rainer Kaufmann z.B. in der Verbesserung der Verkehrsanbindungen, z.B. dem zweigleisigen Ausbau der Gäubahn. Hier habe man bei Bahn und Bundes- verkehrsministerium einen Durchbruch erzielen können, der bei Teilvorfinanzierung der Planungskosten durch Regionalverband, Kreis und Anliegerstädte an der Gäubahn eine Zusage von 10 Millionen Euro für die weitere Planung gebracht habe. Bei einem durchaus möglichen Teilausbau der Gäubahn auf 2 Geleise ergäben sich auch neue Perspektiven für den Ringzug. Dieser sei in den Kreisen Tuttlingen und Villingen-Schwenningen ein voller Erfolg. Er stoße fast schon an Kapazitätsgrenzen bei der Zugbenutzung.
"Der schnelle Internetzugang per Kabel stößt im ländlichen Raum schnell an finanzielle Grenzen" so Rainer Kaufmann zu seinem zweiten Beispiel. Funklösungen scheinen hier sich anzubieten, die aber zwischen Betreibern, Benutzern und Betroffenen abzusprechen seien, da sich sonst wegen der Funkstrahlenbelastung Widerstand in der Bevölkerung regen würde. Hier fehle es noch an Richtlinien, wie Einvernehmlichkeit herzustellen sei.
Ein schneller Internetzugang sei jedoch ein bedeutender Standortfaktor bei der Industrieansiedlung. Rege Diskussion mit den anwesenden Kreistagsmitgliedern und ein Dankeschön an den Referenten schlossen den Abend ab. (Arved Sassnick, 23-11-2008)

 

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